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Neues Mehrzweckgebäude Uttwil

Uttwil plant ein neues Mehrzweckgebäude – einen zentralen Ort für Gemeindeversammlungen, Vereinsanlässe, Sport, Konzerte, Ausstellungen und Feste. Das Projekt entsteht in enger Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat, der Schulbehörde und einer delegierten Vereinsvertretung. Es ist auf die vielfältigen Bedürfnisse der Bevölkerung, der Vereine sowie die strategische Schulraumplanung abgestimmt.

Die bestehende Mehrzweckhalle ist technisch überholt und entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen. Der geplante Neubau schafft dringend benötigte Räume für Sport, Kultur, Schule und Begegnung. Das neue Mehrzweckgebäude stärkt das gesellschaftliche Leben in Uttwil und bietet eine nachhaltige Lösung für die Zukunft. Realisiert wird das Projekt auf dem bestehenden Schulareal an einem politisch breit abgestützten Standort, wie es auch die Ortsplanung vorsieht.

Mitreden, mitentscheiden, mitgestalten:
Am 28. September 2025 stimmen die Uttwiler Stimmberechtigten über den Planungskredit von CHF 1,13 Mio. für das neue Mehrzweckgebäude sowie über einen Kredit zur Durchführung eines Investoren-/Architekturwettbewerbs zur Veräusserung des heutigen Mehrzweckhallen-Areals ab. Damit kann ein wesentlicher Teil der Projektkosten gedeckt werden.

Gemeinderat Uttwil und Primarschulbehörde Uttwil

Hier finden Sie alle relevanten Informationen, Unterlagen und Antworten auf häufige Fragen.

Abstimmungsbotschaft NMU
Machbarkeitsstudie NMU - inkl. Beilagen und Mobilitätskonzept
PP Präsentation Gesprächsfenster vom 20.08.2025  
Stellungnahme Gemeinderat zur Petition
Einladung Flyer Neues Mehrzweckgebäude

Allgemeines

Warum braucht Uttwil ein neues Mehrzweckgebäude?

Die bestehende Mehrzweckhalle an der Kesswilerstrasse ist stark sanierungsbedürftig – energetisch, haustechnisch sowie in Bezug auf die Oberflächen innen und aussen. Zudem entspricht es nicht mehr den aktuellen Anforderungen an Raumkonzept, Barrierefreiheit, Erschliessung und Nutzung. Eine Erneuerung oder ein Umbau ist wirtschaftlich nicht sinnvoll. Ein neues Mehrzweckgebäude schafft langfristige, flexible Raumangebote für Schule, Vereine und Kultur.

Wer soll das neue Mehrzweckgebäude nutzen?

Das neue Gebäude ist als Treffpunkt für die gesamte Bevölkerung geplant. Es soll sowohl schulische Nutzungen als auch sportliche und kulturelle Aktivitäten ermöglichen. Hauptnutzende sind: lokale Sport- und Musikvereine, die Primarschule Uttwil, Theatergruppen, die Kirchgemeinde, der Samariterverein sowie politische Versammlungen. Auch Kunstausstellungen oder Gemeindeanlässe sollen möglich sein.

Wo wird das neue Mehrzweckgebäude gebaut?

Das Gebäude wird im südwestlichen Teil des bestehenden Primarschulareals erstellt. Die Standortwahl wurde aus mehreren Varianten sorgfältig geprüft. Der Standort Südwest wurde aufgrund seiner funktionalen Anbindung, günstiger Erschliessung, Einbindung ins Schulareal und optimaler Raumnutzung als beste Lösung ausgewählt.

Was bringt das Projekt der Primarschule konkret?

Die Schule profitiert von einer modernen Einfachsporthalle für den Sportunterricht, zusätzlichen flexiblen Räumen zur Unterrichtsdifferenzierung sowie einem attraktiven Aussenraum für alle Stufen.

Planung und Raumangebot

Braucht es zwingend einen Architekturwettbewerb? 

Bei einem öffentlichen Bauprojekt dieser Grösse (ca. CHF 12,5 Mio.) ist ein Architekturwettbewerb zwar nicht in jedem Fall gesetzlich vorgeschrieben, aber in der Praxis fast immer notwendig. So kann die Gemeinde/Jury aus mehreren Vorschlägen die beste Lösung auswählen – besonders bei einem öffentlichen und gut sichtbaren Gebäude wie einem Mehrzweckgebäude. Die Zahl der Teilnehmenden kann dabei durch eine vorgelagerte Auswahl (Präqualifikation) bewusst begrenzt werden (bspw. 5 Architekturbüros), um Übersicht und Qualität zu gewährleisten. Auch der Kostenrahmen wird im Wettbewerb früh klar festgelegt – so bleibt das Projekt nicht nur gestalterisch, sondern auch finanziell unter Kontrolle. Ein Verzicht auf einen Wettbewerb wäre nur in seltenen Fällen möglich und müsste sehr gut begründet werden.

Was wird im neuen Mehrzweckgebäude enthalten sein?

Das Raumprogramm umfasst: eine moderne Mehrzweckhalle (Einfachsporthalle 28x16x7m, teilbar), einen Multifunktionsraum (ca. 120m²), Bühne und Vorraum, einen Geräteraum, ein Office sowie Garderoben, Nasszellen, ein Sanitätsraum, Technikräume, ein Schutzraum für 200 Personen (zivile Doppelnutzung - Lager Vereine), Hauswartungsräume und ein Entsorgungsbereich. Aussen sind geplant: ein Allwetterplatz („roter Platz“), ein Fussballfeld, eine Weitsprung- und Stossanlage, Pausenflächen, Veloparkierung und 36–40 Aussenparkplätze.

Welche Heizlösung wird angestrebt? Gibt es Synergien mit der Primarschule?

Die Gemeinde prüft aktuell den Einsatz von Seethermie als zukunftsfähige Heizlösung – das Vorprojekt ist abgeschlossen, die Auswertung läuft. Sollte man sich dafür entscheiden, wird das neue Mehrzweckgebäude selbstverständlich an dieses System angeschlossen. Falls nicht, ist als Alternative eine Erdsonde-Heizung vorgesehen. In jedem Fall wird geprüft, die Halle zusammen mit der Schule in einen gemeinsamen Heizverbund zu integrieren – die bestehende Ölheizung der Schule ist ohnehin am Ende ihrer Lebensdauer. Falls die Seethermie erst später zur Verfügung steht, kann die Wärmeversorgung vorübergehend über eine mobile Heizlösung gesichert werden.

Wie ist die Küche/das Office ausgestattet? Bietet sie genügend Platz?

Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung wurden aufgenommen – der genaue Flächenbedarf der Küche wird im weiteren Planungsverlauf unter Einbezug der Hauptnutzenden noch einmal detaillierter abgetieft. Geplant ist eine zweckmässige Ausstattung mit Kochherd, Industrie-Geschirrspüler und Kaffeemaschine. Auf zusätzliche Küchengeräte wie Fritteusen, einen Grill oder Öfen wird bewusst verzichtet, da die meisten Veranstalter mit Lieferanten zusammenarbeiten, welche ihre eigenen Geräte mitbringen – inklusive Reinigung. Dafür werden ausreichend Platz und Stromanschlüsse vorgesehen. Zusätzlich ist ein überdachter und windgeschützter Aussenbereich für Grills/Fritteusen geplant.

Gibt es behindertengerechte Sanitäranlagen?

Barrierefreie Infrastruktur ist für uns ein zentrales Anliegen. Eine IV-gerechte Dusche ist im bisherigen Planungsstand noch nicht enthalten, wird aber in die weitere Planung aufgenommen, idealerweise in Verbindung mit dem IV-WC im Erdgeschoss.

Verkehr und Erschliessung

Wie wird das Gebäude erschlossen?

Die Erschliessung erfolgt über die Schulstrasse. Geplant ist, dass die Ausfahrt vom Parkplatz beim Neubau nur in östlicher Richtung erfolgt, um den Lehnenweingarten zu entlasten. Eine Verkehrsführung über den Lehnenweingarten ist nicht vorgesehen. Ebenso sind Massnahmen zur Verkehrsberuhigung auf der Schulstrasse in Prüfung.

Gibt es genug Parkplätze?

Es sind gesamthaft 36-40 Parkplätze vorgesehen. Diese decken den Bedarf für den Schulbetrieb sowie die meisten Veranstaltungen gemäss Verkehrsgutachten ab. Bei grösseren Anlässen (z.B. 400 Personen) stehen zusätzliche Parkmöglichkeiten in Gehdistanz zur Verfügung (Bahnhof, Frohsinn). Auf eine kostenintensive Tiefgarage wurde bewusst verzichtet.

Wie wurde die Anzahl Parkplätze für die NMU bestimmt?

Die Anzahl der Parkplätze wurde in der Machbarkeitsstudie im Bericht «Beurteilung Verkehrserschliessung» berechnet. Dabei wurden die aktuellen VSS-Normen (Schweizerischer Verband der Strassen- und Verkehrsfachleute) berücksichtigt. Zusätzlich erfüllen die geplanten Parkplätze auch die Vorgaben der BASPO-Normen (Bundesamt für Sport).

Finanzen und Kosten

Wie wird das Projekt finanziert?

Die geschätzten Investitionskosten betragen rund CHF 12,5 Mio. (+/- 25%). Finanziert wird das Projekt durch Rücklagen der politischen Gemeinde, den Erlös aus der geplanten Veräusserung des heutigen MZH-Areals, einen Beitrag der Primarschulgemeinde (Baurecht sowie Anteil Freiraumkosten).

Welche Beiträge (Kanton, Fonds) sind vorgesehen?

Es darf mit Beiträgen vom Sport- sowie vom Kulturamt gerechnet werden . Vom kantonalen Sportamt können wir für die Einfachsporthalle einen Pauschalbeitrag von CHF 200'000 erwarten. Für die Aussenanlagen sind zusätzliche CHF 200'000 möglich – insgesamt also voraussichtlich rund CHF 400'000 aus dem Bereich Sport.
Auch das Kulturamt hat bereits Unterstützung signalisiert: Für Bühnentechnik und Akustikmassnahmen beträgt die Beteiligung aus dem Lotteriefonds 1/4 bis 2/3 der ausgewiesenen Kosten.

Müssen die Steuern erhöht werden?

Eine Steuererhöhung ist rechnerisch mit maximal 4% anzusetzen. Je nach Entwicklung der Gemeindefinanzen kann das Projekt bis 2028 aber auch ohne Steuererhöhung tragbar bleiben. Die Tragbarkeit der Finanzierung wurde unter Annahme realistischer Planwerte geprüft – inklusive Abschreibungen, Zinssatzentwicklung und weiterer Investitionen der Gemeinde.

Was kostet das neue MZG im Betrieb?

Die genauen Betriebskosten werden im Rahmen des Bauprojekts detailliert berechnet - wenn klar ist, welche Technik und Materialien zum Einsatz kommen. Klar ist aber: Auch die heutige Mehrzweckhalle verursacht Betriebskosten – z.B. für Reinigung, Unterhalt und vor allem Heizung. Das neue Gebäude wird energetisch viel besser isoliert sein, was insbesondere bei den Heizkosten spürbare Einsparungen bringt.

Warum sollen die Parzellen Nr. 577 und 609 veräussert werden auf welchem die alte Mehrzweckhalle steht?

Der Verkauf der Parzellen bringt voraussichtlich rund CHF 2,0 Mio. ein. Dieser Erlös hilft mit, die Kosten für das neue Gebäude zu decken. Ohne diesen Beitrag würde sich die Finanzierung auf die Steuerbelastung auswirken. 

Welche Kosten fallen auf dem Schulareal ohnehin an?

Selbst wenn kein Mehrzweckgebäude gebaut wird, fallen auf dem Schulareal Unterhalts- und Sanierungsarbeiten von rund CHF 1.5 Mio. an (Sanierung roter Platz, Rasenfeld, Neugestaltung Pausenflächen).

Was kosten die Schutzräume?

Die im Projekt vorgesehenen Schutzräume kosten rund CHF 650'000 und sind für 200 Personen ausgelegt.
Hintergrund: Uttwil hat derzeit eine Unterdeckung an gesetzlich vorgeschriebenen Schutzplätzen. Bei einem öffentlichen Bau wie dem neuen Mehrzweckgebäude sind wir verpflichtet, dieser Pflicht nachzukommen. Der Schutzraum ist daher kein optionaler Zusatz, sondern eine gesetzliche Vorgabe.

Könnte das Mehrzweckgebäude nicht günstiger gebaut werden?

Der vorliegende Planungskredit basiert auf einer breit abgestützten Machbarkeitsstudie. Das Projekt ist auf die spezifischen Bedürfnisse von Uttwil zugeschnitten.
Vergleiche hinken: Die oft genannten Projekte in Muolen oder Steinach sind in Umfang, Ausstattung und Bauzeit nicht mit unserem Vorhaben vergleichbar.
Realistische Kalkulation: Wir haben mit aktuellen Marktwerten und Benchmarks geplant, um böse Überraschungen und Kostenüberschreitungen zu vermeiden.
Was in den CHF 12.5 Mio. steckt: Rund CHF 9.5 Mio. für das Gebäude, dazu ca. CHF 2 Mio. für Sport- und Pausenplätze, Zugänge und Parkierung, ca. CHF 0.6 Mio. für den vorgeschriebenen Schutzraum und CHF 0.4 Mio. Reserve.
Ohnehin-Kosten: Selbst wenn kein Mehrzweckgebäude gebaut wird, fallen auf dem Schulareal Unterhalts- und Sanierungsarbeiten von rund CHF 1.5 Mio. an (Sanierung roter Platz, Rasenfeld, Neugestaltung Pausenflächen).
Lehren aus 2017: Damals lehnte die Bevölkerung ein günstigeres, aber funktional eingeschränktes Projekt ab. Heute setzen wir um, was damals gefordert wurde: Turnhalle, Mehrzwecknutzung, besserer Standort.
Baukostenentwicklung: Seit 2017 sind die Baupreise in der Ostschweiz um rund 20 % gestiegen.
Unser Ziel: ein zukunftsfähiges Gebäude, das Schule, Vereinen und Dorfleben langfristig dient – und das auf einer soliden, ehrlichen Kostenbasis.

Abstimmung und weitere Verfahren

Worüber stimmt die Bevölkerung ab?

Mit dem Hauptantrag wird die Ausarbeitung eines konkreten Bauprojekts ermöglicht, welches auf den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie basiert. Der Planungskredit umfasst auch den Architekturwettbewerb und vertiefte Projektierungsschritte. Der Zusatzantrag dient der Durchführung eines Investoren-/Architekturwettbewerbs, um die gemeindeeigenen Parzellen an der Kesswilerstrasse (Areal der heutigen MZH) architektonisch hochwertig und ortsverträglich weiterzuentwickeln und zu verkaufen. 

Kann ich Ja zum Planungskredit und Nein zur Veräusserung sagen?

Man kann Ja zum Planungskredit sagen und Nein zur Veräusserung der Parzellen Nr. 577 und 609. Das neue Mehrzweckgebäude könnte trotzdem geplant und realisiert werden. Allerdings entfällt in diesem Fall der erwartete Verkaufserlös von rund CHF 2,0 Mio., was zu einer höheren Belastung der Gemeindefinanzen führen wird. 

Wie geht es nach der Abstimmung weiter?

Falls die Bevölkerung dem Planungskredit von CHF 1.13 Mio. zustimmt, werden damit die nächsten konkreten Schritte zur Umsetzung des neuen Mehrzweckgebäudes finanziert. Dazu zählen insbesondere die Organisation und Durchführung eines Projektwettbewerbs, die Ausarbeitung des Vor- und Bauprojekts sowie die Erstellung eines Kostenvoranschlags. Die Grundlage bildet das in der Machbarkeitsstudie definierte Raumprogramm. Die Abstimmung über den Baukredit ist im Sommer 2027 geplant. Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2028 vorgesehen. Das bestehende MZH-Areal soll erst nach der rechtskräftigen Erteilung der Baubewilligung des Neubaus verkauft werden.

Was passiert mit dem heutigen Mehrzweckgebäude?

Das heutige Gebäude wird nach Inbetriebnahme des Neubaus abgebrochen. Die Grundstücke (Parzellen Nr. 577 und 609) werden durch die Gemeinde im Rahmen eines Investoren-/Architekturwettbewerbs verwertet. Der Erlös fliesst zur Mitfinanzierung des neuen Mehrzweckgebäudes.